Mittwoch, 5. August 2009

Von Prag nach Konstanz, ein Weg ins Feuer.

Im Jahre 1414 kam der 45jährige Jan Hus auf dem Weg zum Konstanzer Konzil auch durch die Oberpfalz. Die Sympathiebekundungen der Bevölkerung sollten sich schon bald in Furcht und Entsetzen verwandeln. Trotz versprochenes freies Geleit und unbehelligte Rückkehr nach Böhmen durch den Kaiser Sigismund, landete der tschechische Reformer auf dem Scheiterhaufen. Auch die ``Obere Pfalz``, heute Oberpfalz, wurde hineingerissen in die Raubzüge der Jan Hus Anhänger, den Hussiten. Jahrhunderte sind seitdem vergangen. Doch der Hussitenkrieg hat seine Spuren hinterlassen. Vor allem in den Oberpfälzer Freilichtspielen. Die Aufführungen in Neunburg vorm Wald (``Der Hussenkrieg``), in Furth im Wald (``Der Drachenstieg``) oder in Bärnau (``Jan Hus-ein Weg ins Feuer``) erinnern an das dunkle Kapitel deutsch-tschechischer Nachbarschaftsgeschichte.
Lebendige Spuren der Hussen-Kriege werden durch moderne Technologie veranschaulicht. Die ``Hussitische Enzyklopädie`` hat hierfür eine CD-ROM geschaffen, herausgegeben vom Hussiten-Museum im tschechischen Tabor.

Donnerstag, 23. Juli 2009

Ein Münchner Original: der ``Kocherlball``

Eine Tradition aus dem Jahre 1880. Früher trafen sich die Dienerschaft u.a. die Köche, noch vor Sonnenaufgang , um auf dem Kocherlball zu tanzen. Ursprünglich durfte nur die Dienerschaft und das Küchenpersonal zum Kocherlball gehen. Daher der Name ``Koch``-erl.
Anschließend mußten sie ja bei den ``Herrschaften`` rechtzeitig den Dienst antreten.
Im Jahr 1989, anläßlich der 200-Jahrfeier des Englischen Garten, rief das Münchner Kulturreferat den Kocherlball wieder ins Leben. Die Münchner tanzen in historischen Trachten noch heute einmal im Jahr im Englischen Garten. Sogar kostenlose Tanzkurse werden hierfür angeboten. Rasch wurde die Tanzveranstaltung zu einer Institution.

Mittwoch, 15. Juli 2009

Moscheen in Bayern

Mitte der 50er-Jahren holte Deutschland Millionen Arbeiter aus dem Ausland. Sie sollten vorübergehend ihre Arbeitskraft für gering qualifizierte Tätigkeit zur Verfügung stellen; aber nicht dauerhaft bleiben – daher der Name ``Gastarbeiter``. Diese stammten aber nicht nur aus katholischen Ländern, wie Italien, Spanien oder Portugal, sondern auch aus der Türkei oder Marokko. Sie brachten damit eine fremde Religion mit: den Islam.
Heute leben mehr als 1,6 Millionen Muslime in Bayern. sie sind längst keine ``Gastarbeiter`` mehr und wollen würdige Gotteshäuser bauen. Es gibt in Deutschland 2600 Moscheen, davon an die 400 in Bayern. Jedoch sie sind versteckt im Hinterhof oder in ehemaligen Lagerhallen. Meistens sind sie verbannt im Gewerbegebiet am Stadtrand. Es entstand der Begriff ``Hinterhofmoscheen``. Touristen sind von der blauen Moschee in Istanbul begeistert. Wenn es aber um Kuppel und Minarette in der eigenen Nachbarschaft geht, ist die Begeisterung schnell vorbei.
Die Probleme mit den Einheimischen sind immer gleich: ein orientalischer Bau sei ein Fremdkörper, das Stadtbild ist in Gefahr, die Höhe der Minarette, vor allem wenn sie höher als der Kirchturm sind.
Integration einschließlich Moschee kann aber auch relativ reibungslos funktionieren. Dies zeigen die Städte Ingolstadt, das unterfränkische Karlstadt am Main und insbesondere das oberbayerische Penzberg, die in der Architektur ganz neue Wege gingen.

Montag, 6. Juli 2009

Die Oberpfalz

Ganz im Osten von Bayern liegt die Oberpfalz. Sie reicht von der Donau bis fast zum Fichtelgebirge und vom Oberpfälzer Jura bis zur Grenze von Tschechien. Geographisch gesehen liegt sie genau in der Mitte von Europa. Jedoch im Bewußtsein der Deutschen nimmt sie eine Randlage ein. Die meisten verwechseln die Oberpfalz mit der Pfalz. Der kleinste (nach der Einwohnerzahl) der sieben bayerischen Bezirke ist für viele ein unbekanntes Land. Das manche die Oberpfalz für eine schöne Landschaft halten, nützt wenig, wenn sie nicht hinfinden. Die bekannteste Stadt ist Weiden. Zwar haben die meisten auch von Regensburg schon mal gehört, aber mit der Oberpfalz wird die Domstadt nicht verbunden.
Den Oberpfälzern wird nachgesagt, daß sie sich durch harte Arbeit und große Zurückhaltung gegenüber Fremden auszeichnen. Schuld daran war das harte Leben über Jahrhunderte hinweg in einer umkämpften Grenzgegend und kargen Naturlandschaft.
Regensburg, das seine goldene Zeit als Freie Reichsstadt erlebt, löst erst 1810 Amberg als Hauptstadt der Oberpfalz ab. Für die Tourismus-Manager ist es höchste Zeit die Oberpfalz bekannter zu machen.

Dienstag, 23. Juni 2009

Die Naab

Der Fluß durchzieht die nördliche und südliche Oberpfalz. Flüsse gehören zu den wertvollsten Landschaftsbereichen und wurden vom Menschen besonders vielseitig und intensiv benutzt. Die Naab entsteht westlich des Oberpfälzer Waldes südlich von Weiden durch die Vereinigung von Haidenaab und Waldnaab. Die Haidenaab entspringt im Landkreis Bayreuth am Südrand des Fichtelgebirges . Die Waldnaab, der längste Quellfluß, entspringt im Oberpfälzer Wald an der deutsch-tschechischen Grenze. Die Fichtelnaab ist ein Zufluß der Waldnaab. Seine Quelle befindet sich am Südosthang des Ochsenkopfes. Ein weiterer Zufluß ist die Schweinnaab. Die Naab verläuft entlang der A 93 und der B 15 sowie später der B 8 unter anderem über Schwandorf, Burglengenfeld und Kallmünz in Richtung Süden. Sie mündet bei Regensburg-Mariaort in die Donau. Bereits in der Römerzeit war die Naab ein wichtiger Handelswerg von Süd nach Nord. Die frühere Flußfischerei ist in die Hände von Sport- und Anglervereine übergegangen. Gewässer gehören heutzutage zu den beliebtesten Freizeitzielen. Der Fluß bzw. das Naabtal ist seit 1988 durch das Naabtal Duo und dessen Erfolgshit Patrona Bavariae bundesweit bekannt geworden.

Freitag, 12. Juni 2009

Gletscher im ``Sommerkleid``.

Deutschlands einziger Gletscher, der Schneeferner auf der 2962 Meter hohen Zugspitze wurde auch in diesem Jahr wieder zum Schutz vor Sonne und Regen abgedeckt; dies bereit zum 17. Mal. Es geschieht aus Gründen des Naturschutzes, aber natürlich auch aus wirtschaftlichen Beweggründen. Auf einer Fläche eines Fußballfeldes werden 30 Meter lange und 5 Meter breite Planen und Matten von Hand verlegt. Die Helfer der Zugspitzbahn brauchen dafür knapp zwei Wochen. Die Abdeckung isoliert und leitet das Regenwasser ab.. Dadurch bleibt der Schnee auf dem Gletscher liegen und schützt das darunter liegende Eis.
In den vergangenen 40 Jahren ist der Gletscher auf dem Zugspitzplatt deutlich zurückgegangen, sowohl was seine Ausdehnung als auch seine Dicke betrifft. Experten fürchten , daß der Schneefernergletscher bereits im Jahre 2030 verschwunden sein könnte.
Einst war auf dem Zugspitzplatt auch Sommerskilauf möglich

Mittwoch, 3. Juni 2009

Das fränkische Seenland.

Es war ein riesiges Bauvorhaben, das 1970 vom Bayerischen Landtag beschlossen wurde. Es ging um die Regulierung der unterschiedlichen Wasservorkommen in Bayern. Wasser aus dem Altmühl- und Donautal sollte in das Regnitz-Main-Gebiet übergeleitet werden. Heraus kam dabei der Bau des Fränkischen Seenlandes. Nach 30 Jahren war der Wasserausgleich zwischen Nord- und Südbayern vollbracht. Es entstand dabei der Brombachsee, Altmühlsee und der Rothsee. Dieses Seenland entwickelte sich schnell zu einem beliebten Erholungsgebiet. Neben den Erholungsefekt ist auch der ursprüngliche Grund des Bauvorhabens, der Wasserausgleich, ein voller Erfolg. Auch der Main-Donau-Kanal profitiert von dem Wasserleitungssystem. Das ``Überleitungssystem`` wird vom Wasserwirtschaftsamt Ansbach betreut.