Sonntag, 17. August 2014

Die Goldene Bulle.

Die Goldene Bulle ist die Urkunde, die quasi das Grundgesetz des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation war. Zwei von den sieben Originaldokumenten verwahren das Bayerische Hauptstaatsarchiv und das Staatsarchiv Nürnberg. Die Goldene Bulle wurde 1356 von Kaiser Karl IV. erlassen und hat bis zum Ende des Alten Reiches im Jahre 1806, also fast ein halbes Jahrtausend , dessen Verfassungsleben bestimmt. Die ersten 23 Kapitel wurden in Nürnberg erarbeitet und auf den dortigen Hoftag verkündet. Wesentliche Neuerung der Goldenen Bulle war, daß erstmals der König mit den Stimmen der Mehrheit gewählt wurde und nicht auf die Zustimmung aller Kurfürsten angewiesen war. Ein Mitspracherecht des Papstes wurde ausgeschlossen.
Ihren Namen hat die Goldene Bulle von dem Goldsiegel („bulla“), das sie ziert. Ursprünglich war es das „kaiserliche Rechtsbuch“.

Freitag, 25. Juli 2014

Das „Bruckmandl“ – die Regensburger Symbolfigur.

Das Regensburger Wahrzeichen steht auf der Steinernen Brücke. Seit 2010 wird die fast 900 Jahre alte Brücke saniert. Das Bruckmandl blickt in Richtung Dom, um zu sehen, wie weit dieses Bauwerk schon gediehen ist. Die ramponierte Figur ist unterwegs zur Reha.. Seit 2012 fehlt bereits ihr rechter Arm.   Die Mitarbeiter der Dombauhütte sind für diese Aufgabe bestens vorbereitet.  Der Abbau war sehr zeitaufwendig. Die beschädigte Figur war mit Umfassungsstreben gesichert worden, dann wurde sie vom Sockel abgesägt. Erst wenn die Steinerne Brücke im Jahre 2017 fertig saniert sein wird, kehrt das bis 2015 bereits neu erstellte Bruckmandl an seinem angestammten Platz zurück.

Mittwoch, 16. Juli 2014

Die Bergung der Costa Concordia.

Nun laufen die Vorbereitungen zur Bergung der Costa Concordia. Mittlerweile ist es gelungen, das Wrack wieder zum schwimmen zu bringen. Die Milliarden  teuren Bergungsarbeiten sind mit hohen Risiken verbunden. An beiden Flanken des mehr als 114000 Tonnen Kolosses werden Wassertanks befestigt. Mit Hilfe komprimierter Luft wird das Wasser aus den Tanks gedrückt, damit diese auftreiben und das Schiff weiter anheben. Der Kreuzfahrtriese soll zur Verschrottung nach Genua geschleppt werden. Bei einer Geschwindigkeit von knapp vier Stundenkilometer braucht der Koloß dafür mehrere Tage. Das Verschrotten des Schiffs wird etwa zwei Jahre dauern.
Die Costa Concordia hatte am 13. Januar 2012 bei einem riskanten Manöver eine Felsen gerammt und war mit mehr als 4000 Menschen an Bord vor der Toskanischen Insel Giglio in Schieflage geraten. Bei dem Unglück starben 32 Menschen, unter ihnen 12 Deutsche.

Donnerstag, 10. Juli 2014

König der Lüfte.

Als „König der Lüfte“ gilt der Steinadler. Er gehört zu den Majestäten unter den Tieren.
Obwohl der Mensch den Steinadler schon immer bewundert hat, wurden die Tiere seit
Jahrhunderten verfolgt und getötet. In Europa standen die Adler schon kurz vor der Ausrottung. Früher unterstellte man den mächtigen Vögel, sie würden Schafe oder gar
Kinder wegtragen  - eine Mär, deswegen die Adler so massiv verfolgt wurden.
Mittlerweile  gilt ihr Bestand zum Glück nicht mehr gefährdet. Die einzigen deutschen
Steinadler leben in den bayerischen Alpen, unter anderem im Alpennationalpark
Berchtesgaden. Etwa 45 Brutpaare leben in den bayerischen Alpen. Im Februar ist die beste Zeit, um die Vögel in der Luft zu beobachten, denn sie balzen. Obwohl die Adler in den bayerischen Alpen nicht zu den gefährdeten Arten zählen, ist ihr Schutz weiter notwendig. Damit sie vor allem beim Brüten nicht durch Hubschrauberlärm oder Paraglidern gestört werden.

Donnerstag, 12. Juni 2014

Napoleon auf Elba .

Napoleons Verbannung auf Elba im Mai 1814 wird 200 Jahre danach überzogen gefeiert. Nur Geschäfte in jeder Hinsicht stehem im Vorderggrund.Es wäre voreilhafter jedermann die Geschichte der napoleonischen Zeit zu erläutern. Den ruhmreichen Aufstieg verdankt er der französischen Revolution. Man sollte in den Medien mehr über die Napoleonischen Kriege berichten. Das sind die von 1792 - 1815 dauernden kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Frankreich und seinen europäischen Machtrivalen. Insbesondere über die Befreiungskriege (Rußlandfeldzug, Völkerschlacht bei Leipzig und Waerloo). Der Machtbesessene hatte keine Ahnung oder wollte es nicht wissen,  wieviele Menschen er auf sein Gewissen hatte. Warum war er nur 300 Tage auf Elba? Seine eigenmächtige Rückkehr wurde durch Agenten veranlaßt. Nach der endgültigen Niederlage bei Waterloo wurde Napoleon auf Lebenszeit auf die britische Insel St. Helena verbannt.

Dienstag, 13. Mai 2014

20 Jahre Kanaltunnel.

Das lang geplante und kostspielige Tunnelbauprojekt (15 Mrd. Euro) wurde 1993 fertiggestellt und 1994 freigegeben. Der Eisenbahntunnel ist 50 km lang unter der 38km breiten „Straße von Dover“, zwischen Folkestone in Kent und Coquelles nahe Calais. Die Öffnung der ersten Landverbindung zum Kontinent war in Großbritannien von einiger Nervosität begleitet worden. Sollte Großbritannien nicht eine Insel bleiben. Umfragen zeigten, daß mehr als die Hälfte der Bevölkerung den Tunnel ablehnten. Sie befürchteten Züge voller Terroristen und Schmuggler. Dazu kam die Angst, daß der Tunnel das perfekte Ziel für die Bomben der nordirischen Organisation  IRA wäre.
Am Ende blieb die Katastrophe aus.

Mittwoch, 7. Mai 2014

Älteste jüdische Gemeinde in Bayern.

Seit dem 9. Jahrhundert fördern Kaiser, Könige und Bischöfe die Ansiedlung jüdischer Kaufleute im Reichsgebiet. Auslöser dieser Politik sind hauptsächlich Wirtschaftsinteressen. Die Einwanderer genießen Handels- und Religionsfreiheit. Sie verfügen sogar autonome Gerichtsbarkeit in jüdischen Angelegenheiten.
Über das Verkehrsnetz der großen Flüsse gelangen jüdische Kaufleute auch nach Bayern. Bereits am Ende des 10. Jahrhunderts gründen sie eine urkundlich erstmals 981 bezeugte Gemeinde in Regensburg, es ist die älteste auf bayerischen Boden. Wie Grabungen aus jüngster Zeit belegen, ist da Regensburger Judenviertel bereits um das Jahr 1000 ein baulich gut ausgestattetes Wohnquartier. Das Zentrum bildet, wie in jeder jüdischen Gemeinde, eine Synagoge , um die sich eine Schule und ein Gerichtsgebäude gruppieren. Diese Siedlung wurde auf dem Gelände eines alten Römerlagers im Bereiche des heutigen Neupfarrplatzes errichtet.
Trotz aller aufkeimenden Spannungen ist das Hochmittelalter für die Regensburger Juden eine Blütezeit .Die seit 1195 gegründete Hochschule bestand ununterbrochen bis zur Katastrophe von 1519 und beherbergte zeitweise viel Studenten aus allen Teilen des Reichs.